Dienstag, 14. Januar 2003, 14.30 und 19.30 Uhr

Hommage à Silbermann

Musik aus der Zeit des genialen Orgelbauers (14.1.1683 - 4.8.1753)
an seinem 320. Geburtstag -
Werke von Johann Kuhnau, Johann Ludwig Krebs, Johann Sebastian Bach u.a.

Robert Vanryne - Trompete
Martin Schmeding - Cembalo, Orgelpositiv

Gedanken zu Leben und Werk:
Prof. Dr. phil. habil. Frank-Harald Greß

Zum Programm:

Gottfried Silbermann begründete seinen Ruhm mit dem Bau von 46 Orgeln in
Mitteldeutschland. 30 dieser Werke blieben erhalten, einige wenige sind zum
Teil erheblich verändert. Auch Cembali, Klavicorde und Hammerklaviere entstanden
in seiner Werkstatt.
Ein wichtiger Förderer des jungen Silbermann war der Leipziger Thomaskantor
Johann Kuhnau. Auch weitere bedeutende Musiker der Zeit wie Johann Sebastian und
Wilhelm Friedemann Bach, Johann Ludwig Krebs sowie Dresdner Hof- und
Kirchenmusiker schätzten seine Instrumente.
Mit seinem eigenwilligen Baustil formte Silbermann den sächsischen Orgelbau bis
in unsere Zeit. Die Pflege und Wiederherstellung seiner Werke zählt zu den
Aufgaben der Orgelwerkstätten Jehmlich und Wegscheider in Dresden, Eule in
Bautzen und Rühle in Moritzburg. Das gegenwärtige Entstehen zahlreicher Kopien
und Nachbauten von Silbermann-Orgeln in vielen Ländern veranschaulicht die
überzeitliche Bedeutung von Silbermannscher Orgelbaukunst.


Die Mitwirkenden:

Robert Vanryne - Trompete

Geboren in Buckinghamshire, war er mit 16 Jahren Finalist beim Wettbewerb
"BBC Young Musician of the Year" und zählt zu den bedeutendsten Trompetern
seiner Generation im internationalen Maßstab. Er studierte Trompete bei Michael
Laird und Musikwissenschaft am Royal Holloway College. Heute gastiert er
regelmäßig bei den bedeutenden europäischen Barockorchestern wie dem Gabrieli
Consort, den English Baroque Soloists, der Academie of Ancident Music u.a. Zu
seien wichtigsten CD-Einspieleungen gehören Aufnahmen der Sonaten von Biber mit
Musica Antiqua Köln und der Werke für Trompete von Johann Ludwig Krebs mit dem
Altenburger Organisten Prof. Felix Friedrich.
Außerdem ist Robert Vanryne Instrumentenbauer. Auf seinen Kopien barocker
Trompeten spielen führende Interpreten ihres Fachs. Robert Vanryne lebt
freischaffend in Dresden.

Kreuzorganist Martin Schmeding - Cembalo und Orgel

Er wurde 1975 in Minden/Westfahlen geboren und studierte an der Musikhochschule
Hannover, am Sweelinck Conservatorium Amsterdam und an der Musikhochschule
Düsseldorf in den Fächern Kirchenmusik, Orgel, Blockflöte, Chor- und
Orchesterleitung, Cembalo und Musiktheorie.
Sein Repertoire als Organist ist enorm umfangreich, es umfasst u.a. das
Gesamtschaffen J.S. Bachs, Max Regers, den Meistern des Frühbarocks bis zur
Moderne mit zahlreichen Uraufführungen.
Er erhielt mehrfach Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben.
Martin Schmeding bestreitet Konzerte im In- und Ausland bei bedeutenden
Festivals. CD- und Fernsehaufnahmen sowie Rundfunkmitschnitte dokumentieren
diese vielseitige Tätigkeit.
Von 1997-1999 war er Kantor und Organist in an der Nazareth-Kirche in
Hannover, von 1999 an der Neanderkirche in Düsseldorf, seit April 2002 hat er
das traditionsreiche Amt des Dresdner Kreuzorganisten inne.
Martin Schmeding unterrichtet an der Leipziger Musikhochschule und der
Dresdner Hochschule für Kirchenmusik.

Prof. Dr. phil. habil. Frank-Harald Greß

Geboren in Dresden, erhielt er grundlegenden Musikunterricht bei Hans Otto.
Er studierte an der Hochschule für Musik in Dresden, u.a. Orgel bei Herbert
Collum, danach Musikwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig,
wobei er seine Orgelausbildung bei Robert Köhler fortsetzte. Nach Promotion
(Rostock 1974) und Habilitation (Halle/S.1983). Lehrtätigkeit (1988 Professur)
an der Dresdner Musikhochschule: Musikgeschichte, Instrumentenkunde, Akustik,
Leitung der Ausbildung für Popularmusik. Neben seiner Tätigkeit als
Hochschullehrer widmet er sich (seit 1992 freischaffend) der Orgelbauforschung
und -planung (Mitarbeit bei über 100 Neubauten, Restaurierungen und
Rekonstruktionen). Zahlreiche international vielbeachtete Veröffentlichungen,
u.a. "Die Klanggestalt der Orgeln Gottfried Silbermanns" Leipzig, 1989; "Die
Orgeln der Frauenkirche zu Dresden", Freiberg, 1994 und zuletzt "Die Orgeln
Gottfried Silbermanns" Dresden, 2001.