Ein vielversprechender Herbst im „Offenen Palais“ – „Musik und Kunst“ in abwechslungsreicher und überraschender Folge im Großen Garten

Nach einem erfolgreichen Frühjahrs- und Sommerzyklus bietet das „Offene Palais“ auch im Herbst und Winter 2004–2005 ein attraktives Programm. Hervorragende Musikerinnen und Musiker in internationaler Besetzung, versierte Rezitatoren und Kunsthistoriker sorgen dafür, dass die Veranstaltungsreihe im Palais im Großen Garten weiterhin auch über Dresden hinaus von sich reden macht. Dank einem treuen Stammpublikum, immer wieder neuen Besucherinnen und Besuchern sowie dank Unterstützung etwa durch die wichtige Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia im vergangenen Mai kann die Reihe in ungemindert hoher Qualität und Vielfalt fortgesetzt werden.

Auch für die erste Konzertsaison des Jahres 2004 gilt, dass die Reihe dank vielfacher Unterstützung und engagiertem ehrenamtlichem Einsatz von Mitgliedern des Fördervereins Palais Großer Garten e. V. nicht in die roten Zahlen geriet. Natürlich wären wir dankbar, wenn es wieder gelänge, einen - oder gar mehrere - Förderer zu gewinnen, die sich mit einem Beitrag beteiligen wollen. Obwohl sich solche Förderung leider noch nicht abzeichnet, bleiben aber auch jetzt die Eintrittspreise unverändert – sogar die sensationell niedrige Schüler- und Studentenermäßigung! Wie immer gibt es zwei Veranstaltungen an einem Tag: 14.30 und 19.30 Uhr.

Das erfolgreiche Konzept der letzten Jahre – verantwortlich zeichnet der Förderverein Palais Großer Garten e. V. – haben die Organisatoren Thomas Friedlaender und Marius Winzeler bewogen, die Reihe im bewährten Rahmen fortzusetzen. Im Zentrum steht hauptsächlich Alte Musik, die kleine Form, Kammer- und Vokalmusik vom Mittelalter bis zur Klassik – in den vergangenen Veranstaltungen des öfteren bis hin zu zeitgenössischer Musik. Programmatisch bildet immer wieder das Palais, der Großen Garten und die reiche Dresdner und sächsische Kulturgeschichte den Bezugspunkt.

Neue Wege beschreitet die Reihe gleich zu Beginn: die erste Veranstaltung der Saison wird von einem Puppentheater bestritten. Der Puppenspieler Jörg Brettschneider bringt zusammen mit Heidi Zengerle Richard Wagners „Tannhäuser“ im September ins Palais. Die große romantische Oper, 1845 in Dresden uraufgeführt, wird mit Musik, Schau- und Schattenspiel zu neuem Leben erweckt: ein romantisches Spektakel von berückendem Zauber.

Theatralisches setzt sich im Oktober fort, wenn die Sopranistin Constanze Backes mit dem Lautenisten Hans-Werner Apel Lieder von Liebe und Angst, Weisheit und Wahnsinn erklingen läßt – Vertonungen zu Versen und Gesängen aus den Dramen William Shakespeares. Die Vertonungen der Lieder stammen grösstenteils aus elisabethanischer Zeit, zuweilen bezog sich Shakespeare im Text auch auf bekannte Balladen oder Tunes (beinahe Gassenhauer), die instrumental gespielt oder mit Versen unterlegt interpretiert werden und heute so frisch und frech wirken wie vor 400 Jahren.

Erneut kann im November das „Offene Palais“ in die Dresdner tschechischen Kulturtage einbezogen werden: Mit Unterstützung des Tschechischen Zentrums gelang es, das renommierte Prager „Collegium Marianum“ und die bekannte Flötistin Jana Semerádová zu gewinnen. Ohne das fruchtbare Wirken von Künstlern aus den Böhmischen wäre der sächsische Barock nicht das geworden, was wir heute so hoch schätzen - ein Fest für die Sinne. Den böhmischen Spuren wird musikalisch und in einer Kunstbetrachtung nachgegangen – es werden Werke von böhmischen und anderen Komponisten gespielt, die zwischen Dresden und Prag ihre Meisterwerke schufen, dazu präsentiert der Kunsthistoriker Kai Wenzel böhmisch-sächsische Kunstbeziehungen des 18. Jahrhunderts.

Weihnachtliches steht im Dezember auf dem Programm. Erneut wird dabei mit mittelalterlicher Musik an die 1945 ausgelöschte Tradition des Palais im Großen Garten angeknüpft, an seine Rolle als Gehäuse für die sächsische Kunst der Gotik. Mittelalterliche Waisen, Adventsmusik des 10.-15. Jahrhundert steht auf dem Programm, auf wunderbar lebendige Weise dargeboten von den Leipziger „Ioculatores“, die zu den besten Kennern und zu den führenden Ensembles für Instrumental- und Vokalmusik des Mittelalters gehören.

Im Januar findet der Zyklus mit einem besonderen Programm zur Aufklärungszeit einen glanzvollen Abschluss. Die Sopranistin Dorothee Mields, die Geigerin Dorothea Vogel und der Hammerclavierspieler Ludger Rémy bieten selten gehörte Kostbarkeiten zu Gehör, Lieder, die von der Intention her mehr sind als nur Musik und von der Idee getragen werden, in besonderer Weise Aussage durch Text und Aussage durch Klang zu verschränken. Es sind Kompositionen von Carl Philipp Emanuel Bach und Joseph Haydn. Aufklärung in Musik: im Mittelpunkt steht der Leipziger Professor Christian Fürchtegott Gellert, einer der Erfolgsschriftsteller seiner Zeit und Beförderer der Aufklärung, der zahlreiche Oden und Lieder gedichtet und mehrfach von seinem Zeitgenossen Anton Graff, dem Dresdner Hofmaler porträtiert wurde. Ihn stellt der Kunsthistoriker Marius Winzeler vor.

Lassen Sie sich begeistern von unserem neuen Programm - wir freuen uns auf Sie!