Veranstaltungen: Aktuell    2016    2015    2014    2013    2012    2011    2010    2009    2008    2007    2006    2004-2005    2003    2002    2001    2000

 

Dienstag, 10. Januar 2012, 14.30 und 19.30 Uhr

Herbst der Empfindsamkeit
„Quartetten fürs Clavier, Flöte, Bratsche und Baß“
von Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788)
Ensemble Les Amis de Philippe
Mathias Kiesling - Traversflöte
Eva Salonen - Viola
Gregor Anthony - Violoncello
Ludger Rémy - Hammerflügel
www.ludger-remy.com

Dienstag, 7. Februar 2012, 14.30 und 19.30 Uhr


Loing de vous - aus der Ferne


Guillaume de Machaut und die Musik am französischen Hof des 14. Jahrhunderts
La Mouvance:
Christine Mothes – Gesang und Blockflöten
Nelly Sturm -Blockflöten
Karen Marit Ehlig - Fidel

Guillaume de Machaut, bedeutender französischer Dichter - Komponist des 14. Jahrhunderts, setzte die Tradition der französischen Trouvères und Trobadors fort, deren literarisches und musikalisches Schaffen sich der höfi schen Liebe, der sogenannten fi n amour widmete. Das allgegenwärtige Thema dieser verfeinerten, idealisierten und stilisierten Liebe bot einen reichen Nährboden für dichte-rischen Variantenreichtum und sprachliche Raffi nesse, mit welcher der Dichter zugleich sein Können unter Beweis stellte. So drückt sich die fin amour aus in den Worten eines lyrischen Ichs, das von einer zumeist unbenannten Geliebten spricht, als treuer Dienender – aus der Ferne.
Wenngleich Machaut der Dichtertradition der Trouvères und Trobadors verbunden blieb, so beschritt er dennoch die neuen Wege der Ars Nova, jener Kunst zu Beginn des 14. Jahrhunderts, die sich selbstbewußt von der alten Ars Antiqua absetzen wollte. Namensgeber dieses Musikstils war das gleichnamige Traktat Philippe de Vitrys, erschienen um das Jahr 1320. Zudem entwickelte sich innerhalb der Kunst der Ars Nova ein festgelegtes dichterisches und musikalisches Formengefüge, die formes fixes Ballade, Virelai und Rondeau. Machaut selbst schien an dieser Entwicklung maßgeblich beteiligt zu sein.

Dienstag, 6. März 2012, 14.30 und 19.30 Uhr


"Offenes Palais" im Rahmen der Ausstellung "Dresdner Frühling im Palais"


ACHTUNG: Wir bitten um telefonische Vorbestellung (0351 - 268 52 75)

Traditionelle Lieder aus Griechenland
Taurus Projekt:
Dimitris Varelopoulos (Griechenland): Lavouto, Gesang
Jean Walther - Vielle, Santur, Gaida
Michael Metzler - Duduk, Percussion

Das Projekt Taurus betreibt unter dem Aspekt der 'historischen Weltmusik' seit vielen Jahren erfolgreich einen musikalischen Brückenschlag nicht nur zwischen den Kulturen, sondern auch zwischen traditioneller Musik, historischer Aufführungspraxis und modernen Hörgewonheiten. In seinem aktuellen Programm gastiert Taurus mit dem griechischen Sänger und Lautenisten Dimitris Varelopoulos, einem jungen Vertreter traditioneller griechischer Musik und virtuosem Musiker, sowohl auf der kretischen Lauto, als auch auf der typischen griechischen Festlandlaute.
Dieses Programm verbindet die Musik der Ägäis mit traditionellen Stücken des benachbarten Balkan und einem Ausflug in die jahrhundertelang osmanisch dominierten Gebiete des Mittelmeeres.

Dienstag, 3. April 2012, 14.30 und 19.30 Uhr

Missa super Epitaphium Mauritii


Musik des Dresdner Hofkapellmeisters Antonio Scandello (1517 - 1580)
Michael Schaffrath - Tenor
Thomas Friedlaender - Zink
Ercole Nisini - Posaune
Klaus Eichhorn - Regal und Orgelpositiv
Die Instrumente der Begräbniskapelle am Dom zu Freiberg
Kunstbetrachtung mit Veit Heller, Musikinstrumentenmuseum Leipzig:

Anläßlich der Umgestaltung der Freiberger Begräbniskapelle am Dom zu Freiberg
nach Plänen des italienischem Künstlers Giovanni Maria Nosseni (1544 - 1620) wurden im Jahr 1594
Engel im Innern des Gewölbes auf dem Sims in ca. 10 Metern Höhe positioniert.
In ihre Hände wurden 30 Musikinstrumente gelegt, die zum Teil aus der musikalischen Praxis kamen.
Über 400 Jahre verbrachten die Engel als stumme Zeugen mit ihren Instrumenten an dem sicheren Ort und überlebten unbeschadet und fast unberührt den Wandel der Zeiten.

Als 2002 eine Generalsanierung des Chorraumes im Dom anstand, wurden, unter der Leitung des Musikinstrumentenmuseums der Universität Leipzig, diese Instrumente den Engel aus den Händen genommen, genauestens untersucht, vermessen, und Kopien genau dieser Instrumente in Auftrag gegeben.
Veit Heller, Leiter des Forschungsprojektes, stellt im Rahmen der Veranstaltung die Ergebnisse der Untersuchungen vor.

Zum Dom zu Freiberg gehört - außer der berühmten "Goldenen Pforte" und neben der großen wettinischen Fürstengrablege im dortigen Chor, in dessen Gewölbedekoration der sensationelle Fund des originalen Instrumentariums der Zeit um 1600 gemacht wurde -, auch das "Moritzmonument": ein Zeugnis von herrscherlicher Selbstdarstellung und Erinnerungskultur. Mit seiner Errichtung 1562/63 hängt eines der Hauptwerke Dresdner Musik des 16. Jahrhunderts zusammen, die "Missa sex vocum super Epitaphium Illustrissimi principis ac Domini, Domini Mauritii Ducis et Electoris Saxoniae", komponiert von dem aus Bergamo stammenden Dresdner Kapellmusiker Antonio Scandello.
Ebenso wie das steinerne Moritzmonument lenkt dieses musikalische Werk unsere Aufmerksamkeit sowohl auf den kolossalen sechsstimmigen Meßzyklus im Stile oberitalienischer Spätrenaissance, dem eine 1553 auf den Tod von Kurfürst Moritz komponierte Trauermotette musikalisch zugrunde liegt, als auch auf Moritz selbst. Dieser innen- wie außenpolitisch äußerst rege Fürst der späten Reformationszeit, der 1543 und 1550 in Meißen, Schulpforta und Grimma die drei sächsischen Landes- und Fürstenschulen gründete sowie 1548 die Dresdner Hofkapelle wiederbegründet hatte, konnte 1547 im Bündnis mit Kaiser Karl V. in der Schlacht bei Torgau seinen Vetter, den ernestinischen Kurfürsten Johann Friedrich den Großmütigen und damit den Schmalkaldischen Bund besiegen.

Dienstag, 8. Mai 2012, 14.30 und 19.30 Uhr

Minnesang und Marienstern


Knud Seckel - Gesang, Drehleier, Harfe
Ritter, Bischof und Klosterstifter: Bernhard von Kamenz (1230 - 1296)
Kunstbetrachtung mit Dr. Marius Winzeler, Städtische Museen Zittau

Bunt war Europa um 1300 und voller Überraschungen. Da war es auch für einen hohen Geistlichen nicht ungewöhnlich, dem Lied der Minne zu lauschen oder es gar anzustimmen. Herzöge und Könige frönten dem Gesang und wetteiferten um die besten Dichter an ihren Höfen. Ein hoher Herr aus Kamenz mischte tüchtig mit im Spiel um Liebe, Geist, Gott und Politik. Bernhard war sein Name, klug und fürsorglich war er, mit mehr als vier großen Minnesängern eng verbunden, denen in der berühmten Manessischen Bilderhandschrift ein Denkmal gesetzt wurde. Sein Monument hingegen wurde das Kloster St. Marienstern, das damals auch Eingang in die höfische Dichtkunst gefunden hat.
Lassen Sie sich mitnehmen zu einem Ausflug in die Zeit der Ritter und Minnesänger. An den adligen Höfen lassen die Minnesänger die „fin amor“ aus Frankreich neben ihren eigenen Liedern erklingen. Zart, sittsam bis herb und sinnlich tragen die Minnesänger ihre Dichtung dem geneigten Publikum vor. Wer könnte sagen wie die Sänger des Mittelalters geklungen haben? Wie mag wohl Walther von der Vogelweide oder Neidhart aufgetreten sein? Eine spannende und persönliche Antwort darauf gibt Knud Seckel. Inspiriert von den Werken der Troubadoure und Trouvères jenseits des Rheines, spannt sich ein Bogen über die mittelhochdeutschen Lieder hinaus zu den anderen Literatursprachen des Mittelalters. Hierbei gleitet der Blick auch aus der christlichen Welt hinaus zum jüdisch-arabischen Kulturkreis.
Zarte, besinnliche Töne wechseln sich mit frechem, frivolem Gesang ab. Lyrische Melodien erklingen neben beschwingten Instrumentalstücken zum Tanz. Hohe und niedere Minne, sehnende und erfüllte Liebe sprechen aus dem Herzen des Minnesängers. Und dazu stellt ihnen Marius Winzeler das Leben und Werk Bernhards von Kamenz (um 1230 bis 1296) vor, eines Ritters, Bischofs und Klosterstifters, der an den von Minnesang erfüllten Höfen Europas eine schillernde Gestalt gewesen war.

Dienstag, 12. Juni 2012, 14.30 und 19.30 Uhr

Joseph Schuster und Wolfgang Amadeus Mozart:
Divertimenti und Sonaten für Cembalo und Violine aus den 1770-er Jahren


Sebastian Knebel - Cembalo
Anne Schumann - Violine
Schuster und Mozart - zwei Komponisten auf "Sichtweite"
Gerhard Poppe - Moderation

Divertimenti und Sonaten für Violine und Cembalo von Joseph Schuster und
Wolfgang Amadeus Mozart aus den späten 1770er Jahren
Am 6. Oktober 1777 schrieb Wolfgang Amadeus Mozart aus München, der Zwischenstation seiner
Mannheimer Reise, an seinen Vater: „NB: ich schicke meiner schwester hier 6 Duetti a Clavicembalo
e Violino von schuster. ich habe sie hier schon oft gespiellet. sie sind nicht übel. wen ich
hier bleibe, so werde ich auch 6 machen, auf diesen gusto, dann sie gefallen sehr hier.“ Leopold
Mozart bedankte sich am 18. Oktober für den Erhalt: „sie sind recht hübsch und herzig, wer hat
sie dir gegeben?“ Aus diesen Briefstellen geht hervor, daß der zweiundzwanzigjährige Mozart
einige Werke des Dresdner Kirchen-Compositeurs und späteren Hofkapellmeisters Joseph Schuster
(1748-1812) kannte und hoch schätzte. Eigene Divertimenti dieser Art komponierte er zwar
nicht, aber in den Monaten seines Mannheimer und nachfolgenden Pariser Aufenthaltes entstanden
in dichter Folge insgesamt sieben Sonaten (KV 296 und 301-306) für dieselbe Besetzung. Die
200. Wiederkehr des Todestages von Joseph Schuster bildet einen willkommenen Anlaß, um eine
Auswahl aus diesen kurz nacheinander entstandenen Werken beider Komponisten in einem gemeinsamen
Programm für Violine und Cembalo zusammenzustellen.
(Text:Gerhard Poppe)

Dienstag, 11. September 2012, 14.30 und 19.30 Uhr

Sphärenmusik und Weltenklänge
Musik von Hildegard von Bingen (1089-1179)

Maria Jonas (Köln) - Gesang, Drehleier
Thomas Friedlaender (Dresden) - Zink, Glocken, Rahmentrommel

Hildegard von Bingen war Ordensfrau, Klostergründerin und „Prophetissima teutonica“, deren schmerzhafte mystische Visionen des „lebendigen Lichts“ in grandiosen symbolgeladenen Bildern mündeten. Ihr weibliches Selbstbewusstsein wurde von vielen ihrer männlichen Zeitgenossen in der kirchlichen Hierarchie mit heftigen Widerstand zur Kenntnis genommen. Gleichwohl wurde ihr späte Anerkennung zuteil: 2012 wurde sie von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen.

Vor fast neunhundert Jahren versuchte Hildegard von Bingen die mystische Harmonie der Welt in Töne zu fassen. Zwei europäische Künstler wagen mit Gesang, Zink, Perkussion und Glockenspiel eine Neubegegnung. In der Akustik der weit hallenden Gewölbe im Erdgeschoß des Palais Großer Garten spüren sie jenem geheimnisvollen Raum nach, den Hildegards gregorianische Hymnen und Antiphonen bis heute bilden.

Gemeinsam musizieren sie bei aller Strenge die liturgischen Teile mit vielen Auszierungen: Maria Jonas, ihren klaren Sopran selbst auf der Drehleier mit einem Bordun begleitend; Thomas Friedlaender bei nahezu konzertierenden und improvisierten Passagen mit Zurückhaltung, so dass die Fähigkeiten der Sängerin voll zur Wirkung kommen.

www.mariajonas.de

www.thomas-friedlaender.de

Dienstag, 16. Oktober 2012, 14.30 und 19.30 Uhr


in Zusammenarbeit mit dem HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST
„Non moriar, sed vivam“
Texte und Lieder Martin Luthers in Bearbeitungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert


Capella Fidicinia Leipzig:
Friederike Urban - Sopran, Martin Krumbiegel - Tenor & Leitung, Jörg Hempel - Bass,
Andrea Schmidt - Violine, Doris Linde - Viola da Gamba, Manfred Hett - Posaune, Almuth Reuther - Truhenorgel

Im Zentrum des Programmes stehen Lieder Martin Luthers. Da der Reformator mitunter auf mittelalterliche einstimmige (gregorianische) Weisen zurückgriff, sind auch diese (eine Antiphon, ein Hymnus) Bestandteil des Programmes. Weiterhin erklingen die Lieder (u.a. "Vater unser im Himmelreich", "Erhalt uns, Herr, bei Deinem Wort" und "Verleih' uns Frieden gnädiglich") in verschiedenen Sätzen, unter anderem als Bicinien, Tenorliedsätze, Liedmotetten oder generalbaßbegleitete geistliche Konzerte. Die Komponisten stammen zum Teil aus dem direkten Umfeld Luthers (Johann Walter, Caspar Othmayr, Balthasar Resinarius), reichen aber auch bis ins 17. Jahrhundert (Schein, Praetorius, Schütz). Die einzige überlieferte mehrstimmige Komposition Luthers sowie kurze Ausschnitte seiner Texte, die verschiedene Aspekte seines Musikverständnisses zeigen, runden das Programm ab.

Besichtigung zum Konzert inklusive: Sonderausstellung „Mit allen Sinnen“ Malerei und Holzschnitt Michael Hofmann www.grosser-garten-dresden.de

Dienstag, 13. November 2012, 14.30 und 19.30 Uhr
(Nachholtermin von April 2011)


Warum lächelt Mona Lisa?
Musik zur Zeit Leonardo da Vincis - Werke von Binchois, Ockeghem, des Prez, Isaak u.a.


June Telletxea - Gesang
Thomas Friedlaender - Zink
Andreas Arend - Laute und Rezitation

Warum lächelt Mona Lisa ? - Giorgio Vasari, der Biograph der großen Maler der Renaissance, berichtet 1550 davon, wie Leonardo da Vinci (1452 – 1519) seinem Modell Musik vorspielen ließ, um der gewöhnlichen Melancholie von Portraitbildern zu entgehen.
In unserem Konzert werden wir uns auf die Suche machen nach jenen Klängen, die es vielleicht gewesen sein könnten. Die Abbildung der berühmt-rätselhaften Mona Lisa (leider nicht das Original!) steht während des Konzertes auf einer Staffelei und betrachtet das Publikum und die Musiker – lächelt sie immer gleich?
Auf den Notenpulten liegen Werke von Menschen aus dem Umfeld des Meisters, geistliche Musik von großen Komponisten wie Josquin des Prez, aber auch Lieder von der Straße, sogenannte "Frottole" oder Karnevalslieder, wie sie damals in Italien populär waren. Schließlich werden wir uns auf das Wagnis einlassen, Leonardo da Vincis Bild in Musik zurückzuübersetzen. Einige Ausschnitte oder Passagen des Bildes werden uns dabei als Partitur dienen... - lächelt sie jetzt immer noch?
Es erklingen Werke von Gilles Binchois (ca. 1400 - 1460), Johannes Ockeghem (um 1420 - 1497), Josquin des Prez (1440 - 1521), Marchetto Cara (ca. 1465 - 1525), Bartolomeo Tromboncino (ca. 1470 – nach 1535), Heinrich Isaak (1450 - 1517), Andreas Arend u.a.

Dienstag, 11. Dezember 2012, 14.30 und 19.30 Uhr

Engelslicht und Dornenschatten - Lieder für eine stille Weihnachtszeit


Christine Maria Rembeck - Gesang und Flügel
Emilia Gliozzi - Barockcello

In diesem Konzertprogramm hören Sie die Sängerin Christine Maria Rembeck mit altbekannten und unbekannten Weihnachtsliedern. Zusammen mit der Barockcellistin Emilia Gliozzi interpretiert sie eigene Arrangements der Weihnachtslieder auf völlig neue Art und Weise. Im Klassikportal des Bayrischen Rundfunks schrieb Helmut Rohm zur gleichnamigen CD:
„ Mit ihrer unglaublich feinsinnigen Interpretation alter und neuer Weihnachtslieder dringt die Sängerin Christine Maria Rembeck vor bis zum Wesenskern einer Weihnachtsbotschaft der Lügenferne. Auf berückende Art gelingt es der erfolgreichen Künstlerin, die Macht der Hörgewohnheit zu bannen und neues Wahrnehmen der Weihnachtslieder zu ermöglichen. Mit äußerst sparsamen aber bildkräftigen Tonsätzen und Klavierarrangements begleitet sie ihren engelsgleichen Gesang selbst am Klavier und entlockt den sonst oft bis zum Überdruss gehörten Weihnachtsliedern- Un-Erhörtes…..“

Kartenvorverkauf für OFFENES PALAIS am 11.12.2012
im Rahmen der Ausstellungen "Advent im Großen Garten“ und „Advent im Palais“
Dienstag, 04.12.2012, 15.00 – 17.00 Uhr und Sonnabend, 08.12.2012, 10.00 – 12.00 Uhr
im Palais Großer Garten.

Dienstag, 15. Januar 2013, 14.30 und 19.30 Uhr

La Famosa Cantatrice


Musik von Francesca Caccini (1587 - 1640) und Barbara Strozzi (1619-1677)
Maria Skiba (Berlin) - Sporan
Reinhild Waldek (Innsbruck) - Barockharfe

Das Programm Famosa Cantatrice besteht aus Stücken, die ausdrücklich für eine Frauenstimme komponiert wurden, was bis ins frühe 17. Jahrhundert eher die Ausnahme darstellte. Die Stücke dieses Programmes wurden unter dem Aspekt zusammengestellt, die Virtuosität der Stimme einer imaginären Sängerpersönlichkeit (famosa cantatrice) des 17. Jahrhunderts zu zeigen. Somit kann auch das gesamt Programm als eine Verneigung vor all den großen Musikerinnen jener Zeit betrachtet werden. In der Renaissance – und Barockzeit waren die künstlerischen und vor allem beruflichen Möglichkeiten für Frauen sehr bescheiden, eng eingegrenzt durch Gesetze, familiäre Verpflichtungen und kulturelle Erwartungshaltungen. Frauen wurden grundsätzlich als „eine Quelle der Schande, der Ehrlosigkeit und der Sünde“ angesehen, galten gar als „gefährlich, wenn kein Ehemann sie bewacht“. Aus diesem Grund durften auch im Gottesdienst keine Frauenstimmen erklingen (die hohen Stimmlagen wurden in der Kirche von Sängerknaben oder Kastraten gesungen), und all diese Regeln hielten Frauen davon ab, ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Trotz alledem setzte sich Ende des sechzehnten Jahrhunderts durch die wachsende Anzahl professioneller Sängerinnen ein neuer „Trend“ durch: seit ungefähr 1580 erlangte das „Concerto delle Donne“ – ein virtuoses Damenensemble, dessen Repertoire aus eigens komponierten Madrigalen von Komponisten wie Luzzaschi, Marenzio und Monteverdi bestand – durch seine Virtuosität und Musikalität große Berühmtheit, und verhalf damit den Möglichkeiten und dem Ansehen der weiblichen Gesangsstimme zu ungeahntem Aufschwung. Plötzlich entstanden an vielen Höfen solche der neuen Mode entsprechenden Ensembles, und eröffneten somit ganz neue Möglichkeiten für die Musikerinnen – mit einem Mal war es auch für Frauen denkbar, bei Hofe eine Anstellung zu bekommen! Berühmte Musikerinnen dieser Zeit waren Francesca Caccini, Barbara Strozzi und die Sängerin Vittoria Archilei. Die Anerkennung der weiblichen Gesangstimme in ihrer Eigenständigkeit, im Unterschied zu den anderen, bisherigen Oberstimmen (also Knabensopran und Kastraten), hatte enorme Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesangstechnik einerseits, und des Kompositionsstiles andererseits. Die neue Rolle der weiblichen Sängerinnen war die einer Vermittlerin zwischen Musik und Publikum, eine „bislang unbekannte Macht, um die Zuhörer zu verführen und zu bewegen“. Der Weg in neue stilistische Welten, zunächst im Madrigal, später in der Entwicklung der Oper, war bereitet. Mit der Einführung der öffentlich zugänglichen Opern in Venedig, 1637, wurden den virtuosen Frauenstimmen weitere Türen geöffnet. Sängerinnen wie Vittoria Archilei, Laura Guiddiccioni Lucchesini und Adriana Basile wurden zu weithin bekannten Sängerberühmtheiten, und Anna Renzi, eine venezianische Sopranistin um 1640, kann als erste „typische Primadonna“ der aufkeimenden Opernindustrie angesehen werden. Mit der Verbreitung der italienischen Oper in ganz Europa war die weibliche Gesangsstimme nun endgültig „gesellschaftsfähig“ geworden.

Dienstag, 19. Februar 2013, 14.30 und 19.30 Uhr

Lautenduos


Werke von Thomas Robinson, Francesco da Milano, Johannes Matelart und anderen
Ophira Zakai und Andreas Arend: Lauten

OFFENES PALAIS - MUSIK UND KUNST IM GROSSEN GARTEN
Palais im Großen Garten Dresden

Konzertbeginn: 14.30 und 19.30 Uhr
Besichtigung, kleine Gastronomie und Büchertisch ab 14.00 und 19.00 Uhr
Der Konzertsaal ist in der kalten Jahreszeit geheizt!

Karten an der Tageskasse für 12,50 Euro / 10,50 Euro ermäßigt / 5,- Euro Studenten

ÄNDERUNGEN IM PROGRAMM SIND NICHT BEABSICHTIGT ABER VORBEHALTEN.

Kartenvorbestellung:
Buchhandlung LeseZeichen
Prießnitzstrasse 56
01099 Dresden
Tel. 0351-8033914

Veranstalter: Förderverein Palais Großer Garten e.V.
Konzept und Organisation: Thomas Friedlaender und Marius Winzeler

Wir bedanken uns herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit
und großartige Unterstützung durch alle
Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle Großer Garten,
insbesondere bei Cornelia Franke und Georgia Zwanzig.

Herzlicher Dank für freundliche Unterstützung:


BuchHaus Loschwitz

COMBASE AG

COPYLAND

Förderverein Palais Großer Garten e.V.

DRESDNER NEUESTE NACHRICHTEN

Stadt Dresden





Bürgerstiftung Dresden, Pianohaus Gäbler, Carola Behnisch, Dr. Günter Voigt, Marius Winzeler, Christfried Drescher, Dresdner Volksbank Raiffeisenbank, Müller`s Fahrradladen